Die Wiege des Herkules – Sanierung des Messinghofes

Der Messinghof ist die Geburtsstätte des Herkules, dem Wahrzeichen der Stadt Kassel. Das historische Gebäude wird von Glinicke saniert

Der Messinghof ist eine der ältesten Manufakturen in Hessen. Anfang des 18. Jahrhunderts wurden hier die Kupferplatten für die Herkulesfigur geschmiedet.

Errichtet wurde der Messinghof im Jahre 1679, im Auftrag von Landgraf Karl, auf dem Gelände der ehemaligen Faustmühle in Bettenhausen. Ursprünglich bestand der Messinghof aus zwei zweigeschossigen, länglichen Gebäuden, dem Hammerflügel und dem sogenannten Gießhaus. Der Hammerflügel stand direkt an dem kleinen Flüsschen Losse, das den Mühlenkanal mit seinen Wasserrädern versorgte. Dort  wurden verschiedene Metallerzeugnisse aus Kupfer und Messing hergestellt. Der ehemalige Hammerflügel wurde jedoch 1965 abgerissen, da der Dachstuhl aufgrund eines Bombenanschlags im zweiten Weltkrieg ausgebrannt war. Gegenüber befindet sich der Gießereiflügel mit seinen drei Schmelzöfen, in denen Bleche, Drähte oder Fertigwaren hergestellt wurden. Von 1714-17 wurden hier die Kupferplatten für den Kasseler Herkules von dem Augsburger Goldschmied Johann Jacob Anthoni geschaffen. Er schuf damit die erste Leichtbaustatue der Welt, ihr folgten die Freiheitsstatue und andere Wahrzeichen.  An die westliche Hofmauer schließt sich das „Torhaus“ an, das vermutlich aus dem 18. Jahrhundert stammt. Es erhielt im 19. Jahrhundert ein Fachwerkobergeschoss. Hinter dem Gießereiflügel steht das Kutscherhaus, ein gründerzeitliches Dienstgebäude aus Backstein und jetziger Sitz der Glinicke Marketingabteilung. Heute noch erhalten sind der Gießereiflügel, das dahinter liegende Kutscherhaus sowie das Torhaus.

Seit 2010 ist das Industriedenkmal im Besitz von Glinicke. Seither wurde mit viel Einsatz und Geld das Gebäude saniert.

In 2015 begann die Sanierung des größten Gebäudes des Messinghofes dem Gießereiflügel. Zunächst sollen die Giebelseiten und das komplette Dach erneuert werden.

Hinter den historischen Mauern des Messinghofs will sich Glinicke, neben einem Museum, der Leidenschaft des Automobils widmen. Angedacht ist eine große gewölbte Glashalle auf dem Hof, die als Präsentationsfläche für Oldtimer genutzt werden soll. Im 400 Quadratmeter großen Erdgeschoss des Hauptgebäudes soll eine weitere Präsentationsfläche für bis zu acht Oldtimer entstehen. In den Räumlichkeiten des ersten Stockwerkes sollen voraussichtlich Schulungen und Veranstaltungen stattfinden. Ebenfalls geplant sind Büros für Unternehmen, die sich in dem einmaligen Ambiente niederlassen wollen.  Der Messinghof ist für Peter Glinicke als Kasseläner eine Herzensangelegenheit, mit der er einen Beitrag für die Allgemeinheit sowie die Stadt Kassel leisten will. Der Messinghof soll für Hochzeiten und Veranstaltungen gemietet werden können, um so den Einwohnern einen Mehrwert und eine faszinierende Alternative zu den bereits vorhanden historischen Orten zu bieten.