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Der Wendekreis

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Was ist der Wendekreis?
Als Wendekreis wird der kleinste äußere Kreis bezeichnet, den ein Fahrzeug mit vollem Lenkeischlag fahren kann. Eigentlich bilden sich hier zwei Kreise, die Reifen der kurvenäußeren Seite bilden hier den größeren Kreis, die Reifen der kurveninneren Seite den kleineren Kreis. Dabei bildet der Durchmesser des kurvenäußeren Kreises den Wendekreis ab. Der Kreis, der durch die kurveninneren Reifen entsteht wird Spurkreis genannt.
 

Wie kann ich den Wendekreis berechnen?
Der Wendekreis für jedes beliebige Fahrzeug lässt sich durch eine Formel schnell und einfach berechnen:

D = 2 x L / sin(alpha)

D= Durchmesser des Wendekreises
L= Radstand 
alpha= Winkel des Radeinschlags

 

Ist der Wendekreis rückwärts gleich wie vorwärts?
Nein, der Wendekreis beim Rückwärtsfahren ist in der Regel kleiner als der Wendekreis beim Vorwärtsfahren. Daher ist es auch einfacher rückwärts einzuparken, als vorwärts einzuparken.
 

Wendekreis mit Anhänger 
Die wichtigste Info zu erst. Mit einem Anhänger dürfen Sie Kurven nie eng fahren, da der Wendekreis exponentiell größer wird. Der Wendekreis richtet sich nach Gespannlänge. Je länger also das Gespann, desto größer wird auch der zu fahrende Wendekreis. Auch die Lenkachse verschiebt sich. Fahrzeuge ohne Anhänger haben die Lenkachse an den Vorderrädern. Wird nun ein Anhänger angekuppelt, verschiebt sich diese zur Achse der Verkupplung. Man lenkt also nicht mehr vorn, sondern mit dem Hinterteil des Autos. Des Weiteren muss beachtet werden, dass sich ein Anhänger entgegen der eigentlichen Lenkrichtung bewegt. Das macht das Rangieren kompliziert.

 

Wie groß darf der Wendekreis sein?

In Deutschland ist genau vorgegeben, wie groß der Wendekreis eines PKW höchstens sein darf. In der §32d StVZO unter dem Reiter „Kurveneigenschaften“ ist diese Vorschrift nachzulesen. In §32d StVZO steht: 

 

„Kraftfahrzeuge und Fahrzeugkombinationen müssen so gebaut und eingerichtet sein, dass einschließlich mitgeführter austauschbarer Ladungsträger (§ 42 Absatz 3) die bei einer Kreisfahrt von 360 Grad überstrichene Ringfläche mit einem äußeren Radius von 12,50 m keine größere Breite als 7,20 m hat. Dabei muss die vordere – bei hinterradgelenkten Fahrzeugen die hintere – äußerste Begrenzung des Kraftfahrzeugs auf dem Kreis von 12,50 m Radius geführt werden.“  

Das bedeutet, dass ein Fahrzeug inkl. Anhänger einen maximalen Wendekreis von 12,5 m fahren darf. Der Radius des Kreises darf nur 7,2 m betragen.

 

Das Auto mit dem kleinsten Wendekreis ist übrigens der Toyota iQ, wie ein Test des ADAC ergab. Der Wendekreis beträgt sage und schreibe nur 8,45 m.