Flüsterasphalt
Als Flüsterasphalt wird umgangssprachlich Offenporiger Asphalt – kurz OPA – bezeichnet. Seinen Namen verdankt der Offenporige Asphalt seinem hohen Anteil an Hohlräumen, also mit Luft gefüllten Zwischenräumen, den sogenannten Poren. Flüsterasphalt wird er genannt, weil durch die Poren Schallwellen absorbiert werden, was zu einer Lärmminderung führen kann.
Woraus besteht Flüsterasphalt?
Der OPA basiert auf einem grobkörnigen Gesteinsgemisch. Feine Bestandteile sind fast gar nicht vorhanden, um die Hohlräume nicht zu verschließen. Als Bindemittel wird polymermodifiziertes Bitumen eingesetzt. Um die Stabilität und Lebensdauer des Flüsterasphalts zu erhöhen, werden teilweise auch Fasern oder Additive hinzugegeben.
Wo wird Offenporiger Asphalt eingesetzt?
Flüsterasphalt macht vor allem auf Straßen Sinn, auf denen hohes Verkehrsaufkommen herrscht, oder die nahe an Siedlungen liegen. In letzterem Fall profitieren Anwohnerinnen und Anwohner von der Lärmminderung, die bis zu fünf dB(A) betragen kann – dB ist die Maßeinheit für den Geräuschpegel, A gibt die genormte Frequenzbewertungskurve an.
Welche Vorteile hat OPA?
Für die Verwendung von Offenporigem Asphalt spricht zum einen die bereits erwähnte Lärmminderung. Die Schallwellen, die beim Abrollen der Reifen entstehen, werden durch die Poren besser absorbiert, sodass weniger Lärm entsteht.
Ein wohl noch wichtigerer Punkt ist die verbesserte Wasserableitung des OPA. Statt sich auf der Straße zu stauen, dringt das Regenwasser in die Poren ein und kann leichter abtransportiert werden. So wird Aquaplaning reduziert und die Fahrbahn trocknet schneller. Weil durch die optimierte Absorption auch weniger Spritzwasser entsteht, ist die Sicht beim Fahren auf Offenporigem Asphalt besser.
Welche Nachteile hat Flüsterasphalt?
So viele Probleme mit dem OPA auch gelöst scheinen, eine Allzweckwaffe ist er nicht. So ist seine Tragfähigkeit beschränkt. Die Poren schwächen seine Struktur, sodass bei hohen Punktlasten, zum Beispiel durch ein mehrere Tonnen schweres Müllfahrzeug auf relativ kleinen Reifen, leichter Straßenschäden entstehen können. Außerdem können die Poren durch Schmutz, Laub, Streumittel oder Gummiabrieb leicht verstopfen.
Dadurch ist die OPA-Herstellung und -Unterhaltung aufwändiger als bei herkömmlichen Asphaltbelägen, da spezielle Reinigungsfahrzeuge benötigt werden, die die Oberfläche regelmäßig absaugen, um Porenverstopfung zu vermeiden. Zudem bedarf die Fahrbahn regelmäßiger Kontrolle und teurer Instandhaltung. Auch die Lebensdauer von Offenporigem Asphalt ist geringer als bei anderen Asphaltarten.
Wie lange hält Flüsterasphalt?
Wie gesagt: OPA ist nicht so beständig wie andere Asphaltarten. Während Flüsterasphalt durchschnittlich 8 bis 12 Jahre Bestand hat, halten Dichter Asphalt (DA) und Splittmastixasphalt (SMA) 15 bis 20 Jahre, Gussasphalt sogar bis zu 30 Jahre.
Was bedeutet auf der Autobahn das Schild OPA Ende?
Wer ein aufmerksamer Fahrer oder Beifahrer ist, der hat am Rande der Autobahn sicher schon einmal kleine weiße Schilder mit der Aufschrift OPA Anfang oder OPA Ende gesehen. Diese weisen darauf hin, dass ein Fahrbahnabschnitt mit Offenporigem Asphalt beginnt oder endet. Regnet es und endet der Flüsterasphalt, sollten Autofahrer achtsam sein, da dann die Gefahr von Aquaplaning steigt.
Synonyme: Offenporiger Asphalt, OPA