HVO
HVO steht für Hydrotreated Vegetable Oil. Es ist also hydriertes, beziehungsweise mit Wasserstoff behandeltes Pflanzenöl. Was dahinter steckt, welche Vor- und Nachteile der Klimadiesel hat, und wer ihn tanken darf, erfahren Sie hier.
Was ist HVO?
HVO oder HVO 100 ist eine ökologische Alternative zu herkömmlichem, fossilem Diesel. Es ist ein teilsynthetischer Kraftstoff, der auch als XTL oder Klimadiesel bekannt ist. XTL steht dabei für X to Liquid, was bedeutet, dass irgendein x-beliebiger Ausgangsstoff, der sich für Verbrennungsmotoren eignet, verflüssigt wird und als Energieträger dient.
Hergestellt wird HVO aus organischem Abfall, zum Beispiel Altfett oder wiederverwertetem Pflanzenöl. Mit Wasserstoff behandelt, wird daraus brennbarer Kraftstoff – mit besserer Klimabilanz als fossiler Kraftstoff.
HVO ist nicht mit Biodiesel zu verwechseln: Der Klimadiesel wird aus Abfällen und nicht aus Rohstoffen wie frischem Rapsöl hergestellt.
Was kostet 1 Liter HVO?
An ausgewählten deutschen Tankstellen wird HVO bereits angeboten. Ein fester Preis, beziehungsweise die Differenz zum fossilen Diesel, lässt sich pauschal nicht nennen. Kostete ein Liter Diesel in Berlin zum Beispiel 1,47 Euro, lag der Preis für einen Liter HVO bei 1,63 Euro – also 16 Cent darüber. Kostete der Liter Diesel in Hamburg 1,58 Euro, waren es für HVO 1,61 Euro – also nur drei Cent mehr.
Da der Aufwand für die Herstellung von HVO höher ist als bei herkömmlichem Diesel, ist der Klimadiesel im Verkauf teurer.
Welche Fahrzeuge dürfen HVO-Diesel tanken?
Welche Dieselmotoren mit HVO betrieben werden dürfen, lässt sich recht einfach herausfinden. Teilweise genügt ein Blick in den Tankdeckel – zumindest bei neueren Autos. Ein kleines Quadrat mit den Buchstaben „XTL“ gibt Auskunft darüber, dass das Fahrzeug für HVO freigegeben ist.
Auch ältere Autos dürfen grundsätzlich mit HVO fahren, hier empfiehlt es sich aber, die Gummi-Teile im Kraftstoffsystem auf ihren Zustand zu prüfen. Sind Leitungen, Schläuche oder Dichtungen porös oder rissig, sollten sie getauscht werden, bevor Klimadiesel getankt wird.
Darüber hinaus führt die Deutsche Automobil Treuhand GmbH (DAT) eine Liste über die HVO-Freigaben.
Welche Nachteile hat HVO-Diesel?
Nachteile, etwa auf das Fahrgefühl oder den Motor, hat HVO keine. Zwar sind im Klimadiesel fast keine Aromate vorhanden, die beim fossilen Diesel für Schmiereffekte im Motor sorgen, sie werden aber durch Additive ersetzt. So entsteht auch deutlich weniger Ruß beim Verbrennen.
Nachteile hat jetzt das Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) mit der Studie „Klimabilanz von Biodiesel und HVO auf Basis von gebrauchtem Pflanzenöl (UCO) herausgestellt. Diese beziehen sich allerdings weniger auf den Kraftstoff an sich als auf seine Klimafreundlichkeit. Und zwar wird gebrauchtes Speiseöl anderswo auf der Welt, etwa in Herkunftsländern wie China, Malaysia und Indonesien, bereits wiederverwertet. Es ist also nicht frei verfügbar, fehlt an anderer Stelle und muss ersetzt werden, wenn es in Europa zur Kraftstoffproduktion genutzt wird. Als Ersatz dient in Asien meist frisches Palmöl, was zusätzliche CO2-Emissionen erzeugt.
Synonyme: XTL, Klimadiesel, HVO 100