THG-Prämie THG-Prämie THG-Prämie

THG-Prämie

Die Basis für die Treibhausgasminderungsprämie (THG-Prämie) bildet die Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote). Gemeinsam sind sie ein Instrument, das in Deutschland staatlich verankert ist und zum Klimaschutz ins Leben gerufen wurde. Das Ziel: Den CO2-Ausstoß senken. Was dahintersteckt, wer die Prämie bekommt, und wie man sie beantragt, erfahren Sie hier.

 

Was ist die THG-Quote?

Die Treibhausgasminderungsquote gilt für Mineralölunternehmen. Diese sind gesetzlich dazu verpflichtet, pro Jahr eine bestimmte Menge an Klimaemissionen zu kompensieren. Wie groß die Menge ist, gibt die THG-Quote an.

 

Wie hoch ist derzeit die THG-Quote?

2025 liegt die THG-Quote bei 10,6 Prozent. Und sie steigt kontinuierlich: Ändert sich nichts an der Gesetzeslage, müssen Mineralölunternehmen 2030 25,1 Prozent ihrer Klimaemissionen kompensieren.

Berechnet wird die THG-Quote übrigens durch Heranziehen zweier Werte: des durchschnittlichen Stromverbrauchs eines E-Autos und der durchschnittlichen Treibhausgasemissionen bei der Stromproduktion – jeweils pro Jahr. Bei ersterem wird derzeit von 2000 kWh ausgegangen, letztere lagen 2024 bei 124 Kilo pro Gigajoule. Das Ergebnis bildet allerdings nur die Basis – der tatsächliche Preis wird durch Angebot und Nachfrage auf dem freien Markt gebildet.

 

Was ist die THG-Prämie?

Die Treibhausgasemissionsprämie soll emissionsfreie Mobilität fördern. Dazu bildet sie einen wirtschaftlichen Anreiz. Sie ist quasi das Gegenteil der CO2-Abgabe: Während durch diese das Fahren mit Benzin oder Diesel immer teurer wird, wird das Fahren mit Elektro-Antrieb belohnt – durch den Verkauf von eingespartem CO2.

Hintergrund ist, dass Mineralölunternehmen Strafen zahlen müssen, wenn sie die THQ-Quote nicht erfüllen. Es sei denn, sie kaufen Verschmutzungsrechte nach, auch bekannt als Emissionszertifikate. Das senkt zwar nicht die eigenen Klimaemissionen, durch an anderer Stelle vermiedene Emissionen stimmt die Quote aber zumindest auf dem Papier.

Besitzer von Elektro-Fahrzeugen, die also lokal emissionsfrei unterwegs sind, können ihre CO2-Einsparungen zertifizieren lassen und diese als Emissionszertifikate/Verschmutzungsrechte an Mineralölunternehmen verkaufen. Der Erlös daraus ist die THG-Prämie.

 

Wer hat Anspruch auf die THG-Prämie?

Grundsätzlich dürfen alle Besitzer von Elektro-Fahrzeugen, die in Deutschland zugelassen sind, die Prämie beantragen. Das gilt für Privatpersonen, Unternehmen sowie öffentliche Einrichtungen.

„Elektro-Fahrzeuge“ bezieht sich hierbei auf E-Autos, E-Busse, E-Motorräder und E-Roller, allerdings ausschließlich zulassungspflichtige. Einfache E-Scooter gehören nicht dazu. E-Bikes selbstverständlich auch nicht – schließlich wird hier im Vergleich zu unmotorisierten Fahrrädern keinerlei CO2 eingespart. Und für E-Motorräder gibt es die Prämie erst ab einer Leistung von 11 kW (15 PS), Klein- und Leichtkrafträder sind also ebenfalls ausgeschlossen. Auch Hybride und Plug-in-Hybride sind nicht für die THG-Prämie berechtigt.

 

Kann ich die THG-Prämie selbst beantragen?

Ja, die THG-Prämie kann man einfach selbst beantragen. Dazu muss zunächst ein Anbieter ausgewählt werden. Davon gibt es mehr als 50 verschiedene – hier lohnt sich gegebenenfalls ein Vergleichsportal, da unterschiedlich hohe Prämien angeboten werden.

Es folgt die Anmeldung bei dem gewählten Anbieter. Hierfür wird meist eine Kopie des Fahrzeugscheins (Zulassungsbescheinigung Teil I) benötigt. Die weiteren Schritte, also die Zertifizierung beim Umweltbundesamt und der Verkauf an ein Mineralölunternehmen, wickelt der Anbieter ab. Und nach Abzug einer Provision zahlt er letztlich die THG-Prämie aus.

 

Wer zahlt die höchste THG-Prämie?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Denn die Höhe der Prämie hängt neben den Entwicklungen des freien Markts (Zertifikatsüberschüsse oder -engpässe) vom angebotenen Prämienmodell ab. Hier gibt es drei unterschiedliche:

Fixpreis

Beim Fixpreis-Modell ist die ausgezahlte Prämie unabhängig vom tatsächlichen Erlös der verkauften THG-Quote. Hier liegt das Risiko beim Anbieter. Und damit dieser keine Verluste fährt, liegt die Prämie meist weit unter dem Quotenverkaufspreis.

Flexpreis

Beim Flexpreis-Modell fällt die ausgezahlte Prämie am höchsten aus. Denn hier wird der tatsächliche Erlös aus dem Quotenverkauf nach Abzug einer Provision ausgezahlt. Da dieses Modell aber den Schwankungen am Quotenmarkt unterliegt, gibt es keine Sicherheit für die Höhe der Prämie. Zudem dauert die Auszahlung meist deutlich länger.

Direktpreis

Beim Direktpreis-Modell ist der Name Programm: Hier wird die Prämie schon nach wenigen Tagen, manchmal sogar sofort, ausgezahlt. Dafür ist die Höhe hier am geringsten.

Übrigens müssen Privatpersonen die erhaltene Prämiensumme nicht versteuern – sie ist zu 100 Prozent steuerfrei.

 

Wann ist die Frist für die Beantragung der THG-Prämie 2025?

Der Antrag muss jährlich gestellt werden. Stichtag für das jeweils laufende Jahr ist im Herbst. 2025 endet die Frist für die Beantragung der THG-Prämie am 15. November.

 

Wie oft kann ich die THG-Prämie für mein E-Auto beantragen?

Ein Mal.

Hinweis: Kaufen Sie einen Gebrauchtwagen und hat der Vorbesitzer die Prämie für das laufende Jahr bereits beantragt, steht Ihnen in diesem Jahr keine Prämie mehr zu. 


Synonyme: THG-Quote, Treibhausgasminderungsprämie, Treibhausgasminderungsquote

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