Wer mit dem Auto in den Urlaub im europäischen Ausland fahren möchte, der sollte sich im Vorfeld nicht nur um eine Unterkunft an seinem Zielort kümmern. Denn schon für den Weg dorthin gibt es einiges zu beachten: In vielen Ländern müssen Mautgebühren gezahlt werden oder es ist eine Vignette erforderlich.
Damit Sie auf dem Weg in den Urlaub nicht unnötig in Stress geraten, hier die wichtigsten Infos zu Maut und Vignette.
Was ist die Maut?
Die Maut ist die Straßenbenutzungsgebühr, die in einigen Ländern für bestimmte Straßen und/oder Tunnel fällig wird – quasi ein Wegzoll oder Wegegeld. Manche Städte nehmen auch eine City-Maut oder bitten Fahrer/innen beim Befahren von Umweltzonen zur Kasse.
Was ist eine Vignette?
Die Vignette gibt es in Form eines Aufklebers, der an der Windschutzscheibe angebracht wird, oder als digitale Version. Sie muss vor dem Befahren mautpflichtiger Straßen besorgt und am Fahrzeug platziert werden. Damit wird die Mautgebühr bezahlt.
Warum zahlt man Maut?
Mit den Mautgebühren werden Ausbau und Betrieb des Autobahnnetzes finanziert.
Wie teuer ist die Maut?
Die Höhe der jeweiligen Mautgebühren variiert je nach Land. In manchen Ländern richtet sie sich nach der gefahrenen Strecke, in manchen muss die Maut für bestimmte Straßen, Streckenabschnitte oder auch Tunnel bezahlt werden.
Ein paar Beispiele: Wer in Frankreich den Mont-Blanc-Tunnel durchfahren möchte, zahlt rund 55 Euro. Für den Brenner-Pass in Österreich werden zwölf Euro fällig. Das Befahren der österreichischen Großglockner Hochalpenstraße kostet 45 Euro. Und am Karawankentunnel in Slowenien beträgt die Mautgebühr rund neun Euro. Wie und wo genau die Maut bezahlt werden muss, ist je nach Land unterschiedlich.
Was kostet eine Vignette?
Die Preise für die Vignette variieren nicht nur je nach Land, sondern auch nach der Dauer der Nutzung. So gibt es Ein-Tages-Vignetten, welche, die für sieben oder zehn Tage gelten, Ein- oder Zwei-Monats- sowie Jahresvignetten.
Ein paar Beispiele: Eine slowenische Vignette für einen Monat kostet 32 Euro, in Tschechien kostet der Aufkleber 18 Euro und in Bulgarien 14 Euro. Eine 10-Tages-Vignette kostet in Österreich etwa zwölf Euro, wer länger unterwegs ist, benötigt die österreichische Vignette für zwei Monate und zahlt dafür rund 31 Euro. In Rumänien kosten zwei Monate beispielsweise nur 8,40 Euro. Die Schweizer Vignette gilt immer für ein Jahr ist für rund 40 Euro erhältlich.
Wer ohne Vignette unterwegs ist, sich also der Vignettenpflicht widersetzt, der riskiert ein Bußgeld – und das kann richtig teuer werden. In Österreich, zum Beispiel, beträgt das Bußgeld mindestens 300 Euro, in Slowenien bis zu 800 Euro.
Wo kann man die Vignette kaufen?
Vignetten sind kurz vor der Einreise in das jeweilige Land an den Autobahnraststätten erhältlich. Teilweise gibt es dafür auch Automaten an den Grenzübergängen. Wer Stress vermeiden möchte, besorgt sie sich im Vorfeld der Reise online. Achtung: Die digitale Vignette ist erst ab dem 18. Tag nach dem Kauf gültig. Wer eine digitale Vignette haben möchte, sollte sich also spätestens etwa drei Wochen vor Fahrtantritt darum kümmern.
In welchen Ländern muss Maut bezahlt werden? Und wo ist eine Vignette erforderlich?
Hierzulande gilt zwar keine allgemeine Pkw-Maut, für bestimmte Strecken, darunter der Harz-Querweg und die Eifel-Autobahn, muss trotzdem bezahlt werden. Seit dem 1. Juli 2024 gilt außerdem die Lkw-Maut (ab 3,5 Tonnen) auf Bundesautobahnen und Bundesstraßen.
In nahezu allen beliebten Urlaubsländern der Deutschen beziehungsweise Nachbarländern werden Mautgebühren erhoben. Eine Übersicht – in alphabetischer Reihenfolge:
Albanien: Für einige Autobahnstrecken und Tunnel muss Maut gezahlt werden.
Belgien: Nur Fahrzeuge, die schwerer als 3,5 Tonnen sind, zahlen Mautgebühren. Wohnmobile und Busse sind davon ausgenommen.
Bosnien-Herzegowina: Auf manchen Autobahnen und Streckenabschnitten werden Gebühren fällig.
Bulgarien: Hier wird eine elektronische Vignette benötigt. Diese kann online oder vor Ort gekauft werden.
Dänemark: In Deutschlands nördlichstem Nachbarland muss für Brücken wie die Öresundbrücke und die Storebaeltbrücke bezahlt werden.
Frankreich: Mit Ausnahme einiger Stadtautobahnen, sind die Autobahnen mautpflichtig.
Großbritannien: Mautgebühren werden hier für Tunnel, Brücken und einige Autobahnabschnitte sowie Innenstädte fällig.
Italien: Die meisten italienischen Autobahnen sind gebührenpflichtig.
Kroatien: Auch hier muss eine streckenabhängige Maut gezahlt werden.
Niederlande: Bei unseren westlichen Nachbarn werden Autofahrer nur für die A24 und den Kiltunnel zur Kasse gebeten.
Norwegen: Für neue Straßen, Brücken und Tunnel verlangen die Norweger Mautgebühren.
Österreich: Hier gilt auf fast allen Autobahnen und Schnellstraßen die Vignettenpflicht für Motorräder, Pkw und Wohnmobile bis 3,5 Tonnen. Fahrzeuge, die dieses Gewicht überschreiten, benötigen eine GO-Box, die dauerhaft aktiv sein muss.
Polen: Je nach Autobahnbetreiber werden bei unseren östlichen Nachbarn streckenabhängige Gebühren fällig.
Portugal: Die meisten Autobahnen sind gebührenpflichtig.
Rumänien: Wer auf den Nationalstraßen unterwegs ist, benötigt die Vignette Rovinieta, die online gekauft werden kann.
Schweden: In Göteborg und Stockholm wird eine City-Maut erhoben. Auch für einige Brücken muss bezahlt werden.
Schweiz: Hier gilt die Vignettenpflicht. Fahrzeuge mit bis zu 3,5 Tonnen Gewicht benötigen eine Jahresvignette. Alle, die schwerer sind, müssen beim Zoll bei der Einreise eine Schwerlastabgabe entrichten. Für Anhänger ist übrigens eine zusätzliche Vignette notwendig.
Serbien: Für Pkw und Motorräder ist hier auf allen Autobahnen und Schnellstraßen Maut zu zahlen.
Slowakei: Eine elektronische Vignette ist notwendig. Diese ist online oder vor Ort erhältlich.
Slowenien: Ohne die elektronische Vignette E-Vinjeta geht hier nichts. Für den Karawankentunnel werden zusätzliche Gebühren erhoben. Und wer mit einem Fahrzeug unterwegs ist, das schwerer als 3,5 Tonnen ist, benötigt ein Dars-Go-Sendegerät.
Spanien: Hier muss man sich auf streckenbezogene Gebühren einstellen.
Tschechien: Für das Fahren auf Autobahnen ist eine elektronische Vignette erforderlich, die online oder vor Ort gekauft werden kann. Jeder, der mehr als 3,5 Tonnen bewegt, muss eine streckenabhängige Maut via Sendegerät bezahlen.
Ungarn: Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen benötigen die elektronische Vignette E-Matrica. Die gibt es sowohl online als auch vor Ort. Für Wohnmobile, die 3,5 Tonnen überschreiten, ist eine streckenabhängige Maut fällig.
Wie bezahlt man die Maut?
Auch die Zahlungsart für die Mautgebühren ist je nach Land unterschiedlich.
Teilweise muss beim Auffahren auf die mautpflichtige Straße ein Ticket gezogen werden, das beim Abfahren bezahlt wird. Der Preis richtet sich also nach der gefahrenen Strecke. Das ist zum Beispiel in Italien, Frankreich und Kroatien* der Fall. Bezahlt werden kann meist mit Bargeld, per Kredit- oder teilweise auch per Girokarte.
In manchen Ländern läuft die Bezahlung auch über spezielle Systeme. Zum Beispiel in Kroatien gibt es das System Electronic Toll Collect (ETC): Ein Transponder, der im Auto angebracht wird, ermöglicht das bargeldlose Bezahlen, ist allerdings nicht auf allen Mautstraßen anwendbar. In Norwegen und Schweden werden die fälligen Mautgebühren elektronisch ermittelt und dem Fahrer über Epass24 in Rechnung gestellt. Und in Frankreich gibt es das Télépéage-System: Wer den entsprechenden elektronischen Chip in der Windschutzscheibe hat, über den letztlich bezahlt wird, muss sich vor Mautstationen in mit „t“ gekennzeichnete Spuren einordnen.
*Kroatien: Auf der Balkanhalbinsel stellt man sein Mautsystem um. Nach der Sommersaison 2026 soll es die Mautstationen mit Schranken, an denen ein Ticket gezogen, das bei Abfahrt bezahlt wird, nicht mehr geben. Die fällige Maut soll dann über die automatische Kennzeichenerkennung (ALPR) oder ein ENC-Gerät (Funk-Transponder) erfasst werden. Dazu sollen über 208 stationäre Mautportale an Zu- und Abfahrten mit Kameras und Antennen sowie 140 Schnellregistrierungsspuren errichtet werden. Letztere sollen den Prozess auch für Touristen unkompliziert halten, lässt sich dort doch direkt das Kennzeichen registrieren und eine Zahlungsart hinterlegen. Die Autobahngesellschaft HAC verspricht sich von der Umstellung „deutlich flüssigeren Verkehr“.