Wer ein E-Auto hat, für den führt fast kein Weg an einer Wallbox vorbei. Alles, was Sie dazu wissen sollten, finden Sie hier.
Ist eine 11-kW-Wallbox meldepflichtig?
Ja, jede private Wallbox muss beim Netzbetreiber gemeldet werden – und zwar VOR der Installation. Die Leistung spielt dabei keine Rolle, auch mobile Wallboxen sind meldepflichtig. Meist stellt der jeweilige Netzbetreiber dafür auf seiner Internetseite ein Anmeldeformular zur Verfügung.
Seit März 2019 ist diese Meldepflicht in der Niederspannungsanschlussverordnung festgelegt.
Wallboxen mit Leistungen von 11 kW und mehr müssen zusätzlich vom Netzbetreiber genehmigt werden. Der Grund ist, dass immer mehr Menschen ein Elektroauto fahren und dieses zuhause laden wollen. Damit die Stromnetze nicht überlastet werden, brauchen Wallboxen mit mehr als 11 kW eine Genehmigung. Nur wenn das Stromnetz stabil genug ist, darf die Wallbox installiert werden. Bei weniger als 11 kW reicht eine Anmeldung aus, der Netzbetreiber darf hier nicht widersprechen.
Wird die Wallbox nicht angemeldet, und kommt es durch Stromnetz-Überlastungen zu Stromausfällen oder anderen lokalen Störungen, kann der Netzbetreiber Schadensersatz von den Haushalten verlangen, die dafür verantwortlich sind. Zudem ist es möglich, dass Haushalten mit unangemeldeten Wallboxen der Strom abgestellt wird.
Warum Wallbox und nicht Steckdose?
Folgende Vorteile einer Wallbox stehen folgenden Nachteilen beim Laden an einer Haushaltssteckdose (SchuKo) gegenüber:
Vorteile Wallbox
- maximale Sicherheit
- vertraglich zugesicherter Strom günstiger als an öffentlicher Ladestation
- Nutzung von Solarstrom möglich (bei vorhandener PV-Anlage)
- etwa 50% weniger Ladeverluste im Vergleich zum Steckdosenladen
- Ladeleistungen von bis zu 22 kW
- komfortable Bedienung durch fest installiertes Ladekabel, optional durch Display- und App-Steuerung
Nachteile Steckdose
- Schutzkontaktsteckdosen (SchuKo-Steckdosen) sind nur begrenzt mit Maximalstrom (16 Ampere) belastbar
- erhöhter Widerstand im Stromkreis durch Alterung der Kontakte, Klemmstellen in der Zuleitung oder durch falsche Installation möglich
- dadurch erhöhtes Risiko für übermäßige Erwärmung, geschmolzene Kabel und Brände
- höhere Ladeverluste durch langsames Laden
Was kostet eine 11-kW-Wallbox inkl. Montage?
Eine 11-kW-Wallbox kostet inklusive Montage und allen anfallenden Kosten (Stromkosten ausgenommen) zwischen 700 und 5.500 Euro.
Die Kosten für die Wallbox selbst liegen zwischen rund 200 und 2.000 Euro. Für die große Preisspanne verantwortlich sind die verschiedenen erhältlichen Modelle samt ihren Funktionen, zum Beispiel die Möglichkeit der App-Steuerung, die Kompatibilität mit Solaranlagen oder, ob ein Display vorhanden ist.
Die Kosten für die Installation variieren je nach gewähltem Fachbetrieb und den Bedingungen vor Ort. So ist es zum Beispiel günstiger, eine Wallbox an einem Einfamilienhaus zu installieren, als ein einem Mehrfamilienhaus. Generell gilt: Je umfangreicher die nötigen Umbauten, etwa Wanddurchbrüche oder Erdarbeiten, desto teurer. Für die Wallbox-Montage an einem Einfamilienhaus können zwischen 500 und 3.000 Euro fällig werden, an einem Mehrfamilienhaus liegt die Preisspanne laut ADAC etwa zwischen 1.000 und 5.000 Euro.
Zudem kann ein Baukostenzuschuss hinzukommen, wenn der Gesamtstrombedarf des Grundstücks 30 kW übersteigt. Die Kosten dafür betragen durchschnittlich 500 Euro.
Darüber hinaus können laufende Kosten entstehen, wenn der durchschnittliche Jahresstromverbrauch des Haushalts durch die Wallbox auf über 6.000 kW steigt. Dann ist es nämlich verpflichtend, ein intelligentes Messsystem, auch Smart Meter genannt, einzubauen. Die Preisobergrenze dafür liegt bei 50 Euro pro Jahr.
Letztlich kommen noch die Stromkosten hinzu. Nach einer Berechnung des ADAC belaufen sich diese auf etwa 6 Euro pro 100 Kilometer (Durchschnittsverbrauch von 20 kWh/100 km, Haushaltsstrompreis von 30 Cent/kWh). Die Stromkosten im Standby-Betrieb liegen zwischen einem und 15 Euro pro Jahr.
Die verpflichtende Anmeldung beim Netzbetreiber ist übrigens kostenlos.
Wie stark muss die Zuleitung für eine 11-kW-Wallbox sein?
Um eine Leistung von 11 kW zu gewährleisten, muss die Zuleitung für den Dauerbetrieb ausgelegt sein. Das heißt: 16 Ampere pro Phase, 400 Volt.
Für 11-kW-Wallboxen werden für gewöhnlich Zuleitungen mit einem Querschnitt von 5x2,5 mm2 verwendet. Ist die Zuleitungsstrecke länger, wird ein Querschnitt von 5x6 mm2 empfohlen, um Leistungsverluste zu minimieren.
Wie stark muss die Zuleitung für eine 22-kW-Wallbox sein?
Für eine 22-kW-Wallbox muss die Zuleitung für einen Dauerbetrieb von 32 Ampere ausgelegt sein. Zudem muss sie dreiphasig sein (400 V).
Der Querschnitt muss mindestens 5x6 mm2 betragen, für längere Strecken werden 5x10 mm2 empfohlen, um die Spannung stabil zu halten.
Welche Wallbox ist die beste für zu Hause?
Welche Wallbox die beste ist, ist individuell. Bei der Entscheidungsfindung hilft die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) mit ihrem Kaufkompass. Hier wurden 43 Wallboxen unter die Lupe genommen und bewertet.
Ist Strom mit Wallbox billiger?
Ob der Strom mit einer Wallbox günstiger ist, hängt vom gewählten Tarif ab. Bei einigen Anbietern gibt es extra Autostromtarife, bei denen sich günstiger laden lässt als beim normalen Haushaltsstrom.
Um den Autostrom vom Haushaltsstrom getrennt abrechnen zu können, wird ein separater Stromzähler benötigt. Laut ADAC lassen sich mit Autostrom bis zu 25 Prozent im Vergleich zum örtlichen Haushaltsstrom sparen. Wie viel 1 kWh Strom an der Wallbox kostet, lässt sich nicht pauschal sagen und variiert regional.
Oft gibt es auch Kombitarife, für die kein separater Zähler benötigt wird, die aber meist nur minimal günstiger sind als die Standardtarife.
Wird eine 22-kW-Wallbox genehmigt?
Ob eine 22-kW-Wallbox genehmigt wird, ist eine individuelle Entscheidung des jeweiligen Netzbetreibers.
Der Netzbetreiber prüft die Kapazität des örtlichen Stromnetzes. Ist diese ausreichend, kann eine Wallbox mit 22 kW genehmigt werden.
Ist eine 22-kW-Wallbox sinnvoll?
Ob eine 22-kW-Wallbox sinnvoll ist, hängt von Ihren Ansprüchen ab.
Zunächst muss Ihr E-Auto über ein 22-kW-Bordnetz verfügen. Ist das der Fall, kann sich eine Wallbox mit 22 kW vor allem lohnen, wenn Sie schnell laden wollen. Denn mit 22 kW wird etwa doppelt so schnell geladen wie mit 11 kW. Wie lange Ihr E-Auto tatsächlich an der Wallbox hängt, können Sie mit unserem Ladezeitenrechner herausfinden.
Laden Sie Ihr Fahrzeug ohnehin meist über Nacht, reicht eine 11-kW-Wallbox aus. Diese ist auch mit Blick auf die Lebensdauer des Akkus die bessere Wahl, weil langsames Laden schonender für den Akku ist.
Was ist der Unterschied zwischen Ladesäule und Wallbox?
Ladesäulen sind freistehende öffentliche oder halb-öffentliche Ladestationen. Wallboxen sind für den Privatgebrauch vorgesehen und werden an Carports oder Wänden montiert – daher auch der Name Wallbox, auf Deutsch Wandkasten. Zudem bieten Ladesäulen meist deutlich höhere Leistungen und verfügen über mehrere Ladepunkte.
Kann jeder Elektriker eine Wallbox installieren?
Die Installation muss von einem qualifizierten Fachbetrieb ausgeführt werden, der im Installateur-Verzeichnis des Netzbetreibers eingetragen ist. Das ist wichtig, weil Starkstrom (400 Volt) im Spiel ist, was vor allem Ungeschulte in Lebensgefahr bringen kann.
Wird die Installation einer Wallbox gefördert?
Die Förderung der KfW-Bank für private Wallboxen ist 2024 ausgelaufen. In einigen Städten wie Heidelberg, Mainz und Düsseldorf sowie einzelnen Bundesländern, etwa Nordrhein-Westfalen, gibt es aber noch Zuschüsse. Und 2026 soll es ein neues staatliches Förderprogramm geben.
Die neue Förderung gilt aber nur für Wallboxen an Mehrparteienhäusern. Sie ist Teil des “Masterplan Ladeinfrastruktur 2030” der Bundesregierung.
Ist eine Wallbox ohne Photovoltaikanlage sinnvoll?
Die Vorteile einer Wallbox wie hohe Sicherheit, günstigerer Strom, weniger Ladeverluste (im Vergleich zu Haushaltssteckdose) sowie höhere Leistungen und damit schnelleres Laden gelten auch ohne Photovoltaikanlage. Also ja, auch ohne PV-Anlage ist eine Wallbox sinnvoll.
Mit Solaranlage auf dem Dach kommen folgende Vorteile hinzu:
- deutlich geringere Kosten durch selbst erzeugten Strom, teilweise 40% weniger
- gesteigerter Eigenverbrauch – intelligente Wallbox nutzt nur überflüssigen Strom, der im Haus nicht gebraucht wird
- nachhaltiger – weniger CO2-Emissionen durch 100% erneuerbare Energie
- Wertsteigerung der Immobilie
Ist eine mobile Wallbox sinnvoll?
Mobile Wallboxen bieten eine hohe Flexibilität, weil damit unterwegs an den verschiedensten Orten geladen werden kann. Voraussetzung ist ein Starkstromanschluss (CEE-Stecker) als Stromquelle. Mit ihren diversen Adaptern kann sie nahezu überall angeschlossen werden.
Vorteil gegenüber dem direkten Anschluss des E-Autos an den Starkstrom: Die mobile Wallbox verfügt über eine Schutzfunktion vor Überhitzung.
Vorteil gegenüber dem Anschluss an eine Haushaltssteckdose (SchuKo-Stecker): Das Laden mit der mobilen Wallbox ist deutlich schneller und effizienter.
Eine mobile Wallbox ist vor allem sinnvoll, wenn
- Sie viel unterwegs sind
- Sie zum Beispiel in der Garage bereits eine rote Starkstrom-Steckdose haben
- Sie zuhause keine Wallbox installieren können/dürfen
Außerdem sind mobile Wallboxen meist günstiger als festinstallierte. Sie kosten etwa zwischen 500 und 1.500 Euro und die Installationskosten fallen weg.
Die Nachteile mobiler Wallboxen sind dagegen recht überschaubar:
- weniger Komfort als stationäre Wallbox – muss immer ein- und ausgepackt werden
- Diebstahlgefahr
Achtung: Auch mobile Wallboxen müssen beim Netzbetreiber angemeldet werden.
Warum Wallbox und nicht Starkstrom?
Das Laden des Elektroautos an der Wallbox ist effizienter, schneller und sicherer dank integrierter Schutzmechanismen gegen Überhitzung. Starkstromsteckdosen (CEE-Stecker) sind nicht für den Dauerbetrieb über mehrere Stunden ausgelegt – die Dauerbelastung kann die Steckdose beschädigen und es kann zu Kabelbränden oder Überhitzung kommen.
Ist jede Wallbox mit jedem Auto kompatibel?
Nein, nicht jede Wallbox ist mit jedem Auto kompatibel.
11-kW-Wallboxen passen zu den allermeisten Fahrzeugen. Bei Wallboxen mit 22 kW muss vorher geprüft werden, ob das Bordnetz des Autos dafür ausgelegt ist.
Zudem gibt es unterschiedliche Elektroauto-Stecker. Zwar ist der Typ-2-Stecker mittlerweile europäischer Standard, ältere Fahrzeuge oder E-Autos, die etwa aus Asien kommen, könnten aber andere Stecker haben.
Der Wallbox-Assistent des ADAC hilft, die passende Wallbox zu finden.
Wo darf eine Wallbox nicht installiert werden?
An folgenden Orten dürfen Wallboxen nicht installiert werden:
- in der Nähe von leicht entflammbaren, brennbaren oder explosiven Materialien
- in feuchten Kellern
- direkt neben dem elektrischen Antrieb fürs Garagentor
- unter direkter Sonneneinstrahlung und ungeschützt vor starker Witterung
- an denkmalgeschützten Bereichen
- an nicht tragfähigen Wänden