Glinicke Unternehmen

Peter Glinicke

Ein Denker und Lenker

1957 trat Peter Glinicke an die Seite des Vaters und Firmengründers Hans Glinicke. Zuvor hatte er das Geschäft von der Pike auf gelernt. Nach einer Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechaniker in Köln, durchlief er ein Jahrespraktikum bei der Commerzbank. Anschließend absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung, die er zum Abschluss für sechs Monate in einem Kollegenbetrieb in San Francisco nutzt, um seine englischen Sprachkenntnisse zu perfektionieren. Elf Jahre lang stand Peter Glinicke als Geschäftsführer an der Seite seines Vaters. Nach dessen Tod 1968 übernahm er die alleinige Geschäftsführung.

Er führte die Glinicke Automobilgruppe in die Markenvielfalt, ohne ihren historischen Ursprung als VW-Händler aus den Augen zu verlieren. Regelmäßig wurden immer modernere Autohäuser gebaut und zukunftsträchtige Investitionen getätigt. Auf diese Weise konnte Peter Glinicke nicht nur den Vorgaben von Herstellern und den Ansprüchen von Kunden an Service und Qualität gerecht werden, sondern auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter und deren Wünsche im Fokus seines täglichen Schaffens behalten. Das Konzept, auf Grundstücken neben einem Autohaus auch ein Einkaufszentrum zu platzieren, war nur eine der guten Ideen von Peter Glinicke. „Wir haben dadurch unsere eigenen Frequenzbringer geschaffen“, freute er sich über den Coup, den er früh nach dem Mauerfall, im vereinten Deutschland umsetzte.


Autos sind unser Geschäft. Erfolg hat aber nur, wer die Menschen in den Mittelpunkt seines Schaffens stellt.
- Peter Glinicke
 

Peter Glinicke genoss nicht nur bei den bedeutenden Herstellern der Automobilindustrie höchstes Ansehen, sondern auch in der über 1.700 Mitarbeitern umfassenden Belegschaft. Anlässlich des 90-jährigen Firmenjubiläums im Jahr 2020 verriet er, warum er die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so wertschätzt: „Autos sind unser Geschäft. Erfolg hat aber nur, wer die Menschen in den Mittelpunkt seines Schaffens stellt.“ Diese Maxime lebte Peter Glinicke, indem er sich für das Wohlergehen jeder seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verantwortlich fühlte.

Den scharfen Blick auf die Dinge gepaart mit Leidenschaft und Hingabe hat Peter Glinicke stets behalten. Auch nachdem er seinem Sohn Florian Glinicke im Jahr 2015 die alleinige Geschäftsführung übertragen hatte pflegte er die tägliche Fahrt ins Büro. Er  war einer der ersten, die die Firmenzentrale im Kasseler Königstor morgens betraten und es konnte passieren, dass sein Auto als letztes noch vor der Tür stand.

Am 13.10.2021 verstarb Peter Glinicke infolge eines schweren Sturzes. Jedoch hinterlässt er der Nachwelt weit mehr als ein gesundes Unternehmen und einige Enkelkinder. Denn für Peter Glinicke galt es nicht nur Neues zu wagen, sondern auch Altes zu bewahren. So wie den 1679 erbauten Messinghof, eine der ältesten und geschichtsreichsten Manufakturen Hessens und „Wiege des Herkules“. Im Jahr 2010 wurde die Glinicke Gruppe zum Eigentümer des Messinghofes, den Vater und Sohn über sieben Jahre aufwendig sanierten, um ihn als Veranstaltungsort der besonderen Art nutzbar zu machen. Zur Eröffnung im Jahr 2018 sagte Peter Glinicke: „Die Restaurierung des Messinghofs ist mein Geschenk an die Menschen dieser Stadt“. Und er schenkte es von ganzem Herzen.