Youngstars Interview #1 - Felix Kühling


Youngstars Interviews

Heute präsentiere ich euch das erste Youngstars Interview. Zu Gast habe ich heute: Felix Kühling. Er ist 17 Jahre alt und hat letztes Jahr seine Ausbildung als KFZ-Mechatroniker bei Glinicke Classic Cars begonnen.

Fragen zu Glinicke

Philip:        Wie bist du auf Glinicke gekommen?

Felix:   Meine Familie hat ein Auto bei Glinicke gekauft, daher war mir der Name des Hauses schon ein Begriff. Da ich mich schon mein ganzes Leben sehr für Autos interessiere,              speziell für alte Autos, habe ich nach einem passenden Ausbildungsplatz gesucht. 
Durch meine Recherche bin ich dann auf Glinicke Classic Cars gestoßen und habe 
mich einfach beworben.
 

Philip:        Hattest du Erwartungen an die Ausbildung?

Felix:    Richtige Erwartungen hatte ich nicht, nein. Da eine Ausbildung für mich etwas          komplett Neues war, wollte ich mich überraschen lassen. Ich habe mir gewünscht                  viel mit alten Autos zu arbeiten und erklärt zu bekommen, wie diese funktionieren.                  Und bis jetzt wurde ich nicht nicht enttäuscht. Mir macht die Ausbildung sehr viel                    Spaß und interessant ist sie auch.
 

Philip:        Gab es bis jetzt ein persönliches Highlight für dich?

Felix:    Ja, das gab es. Wir hatten letztens einen Motor eines Porsche 964 (911) bei uns in   der Werkstatt, der komplett zerlegt wurde. Ich durfte mithelfen diesen sowohl                           auseinander zu nehmen, als ihn auch wieder zusammen zu setzen.
 Das interessante daran war, dass ich hautnah miterleben konnte wie so ein Motor von           Grund auf aufgebaut ist.
 

Philip:        Gab es Dinge, die du vorher schon konntest/wusstest?

Felix:    Also an sich war es viel Neuland, auf das ich gestoßen bin. Vorkenntnisse konnte     ich aber teilweise auch zum Besten geben. Wie gesagt war ich auch schon vor                       meiner Ausbildung autobegeistert, daher war ein gutes Grundwissen vorhanden.                     Zum Beispiel wie ein Motor ungefähr funktioniert und aufgebaut ist. Das hat mir den               Einstieg etwas erleichtert. 
 

Fragen zur Berufsschule

Philip:        Wie gefällt dir die Berufsschule?

Felix:    Im Moment ist ja leider Home-Schooling angesagt, damit komme ich aber ganz gut   zurecht. Die Zeit, in der ich noch in die Berufsschule gehen konnte, hat mir gut                       gefallen. Die Lehrer an meiner Schule sind alle sehr freundlich und können den                       Stoff gut an Schüler weitervermitteln und erklären. Den Unterschied zur „normalen“                 Schule habe ich aber gemerkt. Sonst war man mit Themen beschäftigt, die einen                   nicht wirklich interessiert haben, das ist jetzt anders, da Themen gelehrt werden,
 die auch wirklich interessant sind.      

 
Philip:        Wie hast du das mit dem Home-Schooling bis jetzt erlebt?

Felix:    Also an sich würde ich lieber in die Berufsschule zurückgehen. Das Arbeiten von
 zu Hause aus über Microsoft Teams ist teilweise etwas kompliziert und hier und da                 kommt es natürlich zu Fehlern oder Missverständnissen. Aber alles in allem komme               ich wie gesagt gut zurecht.


Philip:        Hast du jede Woche Schule?

Felix:    Nein, bei uns gilt der Blockunterricht. Das heißt ich gehe drei Wochen im Monat       ganz normal im Betrieb arbeiten und habe dann einen Woche Schule am Stück.
 

Philip:        Hilft dir das Gelernte auch im Betrieb?

Felix:    Ja, das tut es. Gerade das Thema Elektrik wurde in der Schule bis jetzt viel                 behandelt - so was wie Schaltpläne etc. Es hilf sehr, da ich das theoretische Wissen               gleich in meinen Arbeitsalltag einbringen kann.
 

Weitere Fragen

Philip:        Was macht dir in einer normalen Woche am meisten Spaß?

Felix:    Bei uns ist jede Arbeitswoche anders. Deswegen kann ich das nicht so einfach           sagen. Wo ich mich aber immer freue ist, wenn es um Dinge wie ein Fahrwerk geht,               wo man mal richtig anpacken kann und auch wirklich was Neues dazu lernt.
 

Philip:        Und was war das coolste Auto was ihr bis jetzt hattet?

Felix:    Der Porsche 964 Turbo. Er stand lange bei uns im Verkauf, wurde aber                       rausgenommen, wenn ich mich recht entsinne. Der 964 Turbo ist auch mein                           Lieblingsauto der Fahrzeuge, die wir reparieren. Also, wenn ich später genug
Geld haben sollte, werde ich mir als erstes einen 964 Turbo kaufen.

Philip:        Wie ist das eigentlich so zu arbeiten?

Felix:    Für mich war das auf jeden Fall der richtige Schritt. Mir gefällt das Arbeiten ziemlich   gut. Gerade „das gelangweilt bis mittags in der Schule Sitzen“ vermisse ich nicht.                   Weniger Ferien ist natürlich doof, aber für mich gehört das dazu und stört mich auch               nicht ungemein.

Philip:        Du bist ja letztes Jahr zu uns gestoßen. Wie war das Kennenlernen im Betrieb?

Felix:    Der erste Tag war sehr gut. Ich war sehr nervös, ist ja glaube ich normal, als ich in     den Betrieb gekommen bin. Ich wurde dann direkt sehr freundlich begrüßt und mir                 wurde alles gezeigt und erklärt. Meine neuen Kollegen wurden mir vorgestellt und                   nach fünf Minuten war ich wieder beruhigt und habe mich direkt sehr wohl gefühlt.

Philip:        Wie war das für dich, als das erste Gehalt da war?

Felix:    Es war auf jeden Fall ein schönes Gefühl, als mein erstes Gehalt da war. Es war         schön zu wissen, wofür man den Monat gearbeitet hat. Natürlich ist das Geld nicht                 alles. Meine Ausbildung ist mir sehr wichtig und ich arbeite auch gerne. Das Geld ist               da die Krische auf der Torte.
 

Philip:        Hast du dir vom ersten Gehalt einen Wunsch erfüllt?

Felix:    Das erste Große, was ich mir gekauft habe, war Equipment für meinen Computer,       darauf hatte ich schon länger ein Auge geworfen. Aber ansonsten bin ich eher                         sparsam. Geld zurücklegen ist immer gut.
 

Philip:        Bist du der einzige Azubi bei euch im Betrieb?

Felix:    Nein, ich habe noch einen weiteren Azubi-Kollegen, der ist ebenfalls im ersten           Lehrjahr. Zudem haben vor Kurzen zwei meiner Kollegen ihre Gesellenprüfung                       abgeschlossen und bestanden, also sind wir jetzt zu zweit.

Philip:        Hast du schon die Abteilung gewechselt?

Felix:    Nicht direkt. Ich bin eigentlich immer in der Werkstatt. Hier war ich aber schon in der   Karosseriewerkstatt, in der Motorenabteilung oder in der Elektrik. Das hat mir         Abwechslung gebracht und auch viel Spaß gemacht.

Philip:        Gab es hier ein Highlight, das dir im Kopf geblieben ist?

Felix:    Ich war in der Karosseriewerkstatt und habe mit einem Kollegen eine Woche an         einem alten 911er gearbeitet, der voll restauriert werden soll. Das Faszinierende                     hierbei war, dass man anfangs nur die Karosse sieht; und dann am Ende das fertige               Auto zu sehen ist schon echt cool.
 

Philip:        Hast du einen Führerschein?

Felix:    Meinen Führerschein habe ich noch nicht. Er ist aber ein nächstes Ziel für mich.
 Die aktuelle Situation erschwert dies zwar, da Fahrschulen wenig neue Schüler                       aufnehmen, um ihre Bestandskunden abzuarbeiten. 

Philip:        Wie hast du die Corona-Krise bis jetzt erlebt?

Felix:    Gemerkt habe ich nicht so viel. Der Kundenkontakt mit Maske und das generelle         Maskentragen beim Arbeiten ist natürlich allgegenwärtig. Auch unsere Pausenzeiten               wurden in zwei Gruppen unterteilt. Eine Woche Kurzarbeit gab es, aber ansonsten                 habe ich nicht viel mitbekommen, einen Moment, in dem ich verunsichert war, gab                 es aber nicht. Ich bin zuversichtlich, dass wir bald wieder in die Normalität                               zurückkehren können.
        

Das war mein Interview mit Felix Kühling. Das erste Youngstars Interview ever! Vielen Dank auch nochmal an dich Felix,  dass du dich als Pilotprojekt bereitgestellt hast. Vielen Dank auch an dich fürs Lesen. Bis zum nächsten Mal.