Mit einem Head-up-Display (HUD) haben Sie die wichtigsten Fahrdaten stets im Blick, ohne die Straße aus den Augen zu verlieren. Head-up-Display bedeutet auf Deutsch übersetzt „Kopf-hoch-Anzeige“: Man muss den Kopf nicht senken, um die gewünschten Infos zu sehen.
Das HUD ist zwischen dem Armaturenbrett und der Windschutzscheibe verbaut. Es projiziert die aktuelle Geschwindigkeit und weitere Informationen auf die Windschutzscheibe oder eine zusätzliche kleine Scheibe hinter dem Lenkrad – je nach Modell.
Wie funktioniert ein Head-up-Display?
Das System besteht aus einem transmissiven TFT-Display: Im Inneren der Armaturentafel befinden sich ein Spiegelsystem und eine leuchtstarke LED-Lichtquelle. Durch diese wird die Anzeige auf die Windschutzscheibe gespiegelt. Angezeigt werden dort die Geschwindigkeit, Warnhinweise, Verkehrsinformationen, Verkehrszeichenerkennung und Navigationshinweise.
Damit die Anzeige direkt in Ihrem Blickfeld liegt, kann sie individuell eingestellt werden. Die Leuchtintensität wird in Abhängigkeit der Helligkeit des Hintergrundes permanent nachgeregelt, sodass bei jedem Lichtverhältnis alles perfekt ablesbar ist.
Wie sinnvoll ist ein Head-up-Display?
Head-up-Displays erhöhen die Sicherheit im Straßenverkehr, weil der Fahrer seinen Blick nicht von der Straße abwenden muss, um wichtige Informationen zu sehen. Im Gefahrenfall sind es Sekundenbruchteile, die den Unterschied machen. Durch ein Head-up-Display wird die Reaktionszeit verkürzt und so das Unfallrisiko gesenkt.
Kann man ein Head-up-Display nachrüsten?
Ja. Zum Nachrüsten eines Head-up-Displays gibt was zwei Möglichkeiten:
- Einbau eines originalen Head-up-Displays vom Hersteller in der Werkstatt Ihres Vertrauens.
- Nachrüstbare Head-up-Displays gibt es auch zum Selbsteinbau von Drittherstellern. Sie sind wesentlich günstiger, aber nur bedingt eine echte Alternative. Die Geräte nutzen entweder GPS oder lassen sich mit der On-Board-Diagnose-Schnittstelle (OBD) verbinden. Letztere Option bietet einen wesentlich größeren Umfang an Informationen, die wiedergegeben werden können – auch im Vergleich zu den originalen HUDs vom Hersteller. Allerdings lässt die Lesbarkeit sehr zu wünschen übrig. So sind die meisten Geräte bei direkter Sonneneinstrahlung zu dunkel und manche bei Nacht zu hell. Außerdem gibt es Modelle, die aufgrund der Start-Stopp-Automatik die Stromzufuhr kappen und ein Neustart des Head-up-Displays zu lange dauert. Die mit GPS-Daten gefütterten HUDs versagen Ihren Dienst fast immer in Tunneln oder Tiefgaragen. Darüber hinaus müssen Sie zunächst eine Folie auf der Windschutzscheibe anbringen, die perfekt sitzen muss und teilweise so dunkel ist, dass sie die Sicht eher behindert, als eine sinnvolle Unterstützung zu sein.
Was kostet ein Head-up-Display?
Head-up-Displays zum Nachrüsten kosten durchschnittlich zwischen 30 und 60 Euro.
Wie aktiviert man das Head-up-Display?
Das Head-up-Display wird meist automatisch aktiviert, wenn das Fahrzeugsystem oder der Motor gestartet wird. Darüber hinaus sind Bedienung und Einstellungen in der Regel über das Kombi-Instrument oder das Infotainmentsystem möglich.
Kann man das Head-up-Display ausschalten?
In den meisten Fahrzeugen lässt sich das Head-up-Display über das Kombi-Instrument oder das Infotainmentsystem steuern und auch ausschalten.
Welche Autos haben ein Head-Up-Display?
Mittlerweile gibt es bei allen Fahrzeugherstellern Modelle mit einem Head-up-Display. Dabei kommt es auch auf die jeweilige Ausstattung des Fahrzeugs an.
Einige Beispiele für Autos mit Head-up-Display:
Audi: A3, A4, A5, A6, A7, A8, Q2, Q3, Q5, Q7, Q8, e-tron
Hyundai: Kona, Kona Electro, Santa Fe
Land Rover: Defender, Discovery, Range Rover, Evoque
Peugeot: 3008, Traveller
Porsche: Cayenne, Panamera
ŠKODA: Octavia
Volkswagen: Arteon, Golf 8, Passat, Tiguan, Touareg
Was ist ein Augmented Reality Head-up-Display?
Das Augmented Reality Head-up-Display – kurz AR HUD – ist die Weiterentwicklung des konventionellen Head-up-Displays durch das deutsche Unternehmen Continental.
Anders als bei herkömmlichen HUDs erscheinen die virtuellen Warnsignale und Informationen im AR-HUD im gesamten Sichtfeld des Fahrers. Augmented Reality bedeutet, dass die Projektionen mit der Realität verschmelzen. So wird die Navigation scheinbar direkt auf der Straße angezeigt.
Soll zum Beispiel in die nächste Straße abgebogen werden, zeigen die Richtungspfeile direkt in diese Straße. Dies trägt zur Sicherheit der Insassen und aller anderen Verkehrsteilnehmer bei, da der Fahrer seinen Blick nicht von der Straße abwenden muss.
Nicht nur die richtungsweisenden Pfeile werden direkt in den Verkehrsraum projiziert: Sobald der Spurhalteassistent oder der Abstandsregler Gefahren erkennen, werden diese in Rot oder Orange dargestellt. Somit kann der Fahrer einfacher Abstände zu vorausfahrenden Autos wahren und gefährliche Ausreißer auf andere Fahrstreifen frühzeitig erkennen und korrigieren.
Darüber hinaus zeigt das Augmented Reality Head-up-Display auch die aktuelle Geschwindigkeit, die zulässige Höchstgeschwindigkeit und andere zu jenem Zeitpunkt gültige Warnhinweise wie „Fußgänger kreuzen“.
Wie funktioniert das AR HUD?
Herkömmliche Head-up-Displays werden mit der sogenannten Spiegel-Technik realisiert. Das zu projizierende Bild wird durch ein Optikmodul auf die Projektfläche umgelenkt. Würde man mit dieser Methode die erforderliche Bildgröße erreichen wollen, müsste das Gerät 30 Liter Volumen fassen. Damit wäre es zehn Mal so groß wie das Standard-HUD und würde nicht in die Armatur passen.
Stattdessen hat Continental gemeinsam mit der Firma DigiLens eine neue Technik entwickelt. Dabei werden drei Schichten Kunststofffasern übereinandergelegt, die als Wellenleiter fungieren. Damit werden Wanderwellen des RGB-Farbraums von unten weitergeleitet und oben über eine Optik ausgekoppelt. So entsteht das Bild an der Innenseite der Windschutzscheibe. Das Augmented Reality Head-up-Display benötigt somit nur noch zehn Liter Volumen.